top of page

Was Liegt unter überwältigenden Emotionen? Angst-und darunter der Wunsch nach Verbindung

Was ist es wirklich? Welches Bedürfnis möchte gesehen werden?
Was ist es wirklich? Welches Bedürfnis möchte gesehen werden?

"Kennst du Angst?"


Als ich mich vor einigen Jahren in einer persönlichen Krise befand und ich mich zusätzlich immer tiefer in einen Burnout zu manövrieren schien, ging ich los, traf Entscheidungen und holte mir Hilfe von Coaches und Mentoren.

Meine Kutsche auf der Reise der Persönlichkeitsentfaltung kam langsam ins Rollen und nahm immer mehr Fahrt auf.

Weggabelungen, Irr- und Umwege waren inbegriffen. Was mir u.a. half, war das Schreiben und schreibend auf meine Biographie zu schauen.

Hierzu stellte die Mentorin einmal diese Fragen: "Kennst du Angst? Kannst du dich an eine Situation aus deiner Jugend erinnern in der du Angst gespürt hast?"

Boa, da war erstmal nichts... Angst?

Doch ich setzte mich hin und überließ dem Stift die Führung. Und da floss es aufs Papier... Geschichten in denen ich Angst hatte. Ja, ich war voller Ängste und ja, sie sind noch aktiviert.

Jedoch weiß ich heute, dass unter vielen emotional aufwühlenden Themen im Grunde immer die Suche nach echter Verbindung liegt. Das braucht bewusste Hinwendung, Selbstmitgefühl, Sicherheit und daraus Mut. Mut zur Kommunikation.

Meine Reise geht immer weiter und ich sehe die Angst heute mit anderen Augen- den Augen der erwachsenen Frau.


Um was geht es?

Es sind oft nicht die leisen Momente, die uns zeigen, was wirklich in uns vorgeht. Es sind die lauten.

Ein Streit. Ein Rückzug. Ein Vorwurf, der härter klingt, als er gemeint ist.

Was wir sehen, ist Wut. Was wir hören, ist Kritik. Was wir spüren, ist Distanz.

Und doch liegt darunter häufig etwas anderes: Angst.

Nicht immer gleich offensichtlich. Nicht immer sofort zugänglich. Aber oft wirksam.


Emotionalität braucht Ausdruck


In meiner Arbeit als Coach erlebe ich immer wieder, dass starke Reaktionen selten an der Oberfläche entstehen. Sie haben Tiefe. Und wenn wir bereit sind, einen Moment länger hinzuschauen, zeigt sich unter vielen dieser Reaktionen eine Form von Angst.

Die Angst, nicht zu genügen. Die Angst, verlassen zu werden. Die Angst, die Kontrolle zu verlieren.Die Angst, nicht gesehen oder gehört zu werden.

Manchmal auch die Angst vor Nähe – und gleichzeitig die Sehnsucht danach.

Diese Ängste sind keine Schwäche. Sie sind Hinweise.

Wenn wir Angst nicht nur als unangenehmes Gefühl betrachten, sondern als Signal, verändert sich der Blick. Angst wird zu einer Sprache.

Eine Sprache, die auf etwas Tieferes verweist: auf Bedürfnisse.

Auf das Bedürfnis nach Sicherheit. Nach Verbindung.Nach Vertrauen.Nach Zugehörigkeit.

In der Gewaltfreien Kommunikation gehen wir davon aus, dass jedes Gefühl mit einem Bedürfnis verbunden ist. Angst ist dabei oft ein sehr klarer Hinweis darauf, dass ein wesentliches Bedürfnis gerade keinen Raum bekommt.

Oder bedroht scheint.

Das Schwierige ist: Angst zeigt sich selten direkt.

Statt zu sagen: „Ich habe Angst, dir nicht wichtig zu sein“,

sagen wir eher: „Du kümmerst dich nie um mich.“

Statt zu sagen: „Ich habe Angst, dich zu verlieren“,

ziehen wir uns zurück oder gehen in Angriff.

Nicht, weil wir unehrlich sein wollen. Sondern weil Angst verletzlich macht.

Und Verletzlichkeit braucht Sicherheit.

Was könnte helfen, diesen Raum ein Stück weiter zu öffnen?

Vielleicht beginnt es mit einem kleinen Innehalten.

Ein Moment, in dem du dich fragst: Was fühle ich gerade wirklich?

Bin ich nur wütend – oder ist da auch Angst?

Wenn du diese Spur aufnimmst, kannst du weitergehen: Wovor genau habe ich Angst?

Und dann: Welches Bedürfnis zeigt sich darin?

Allein diese Bewegung – von der Reaktion hin zur inneren Klärung – verändert etwas.Sie schafft Bewusstheit. Und damit Wahlmöglichkeiten.

Manchmal entsteht daraus auch ein neuer Ausdruck.

Ein Satz wie: „Ich merke, ich werde gerade laut. Eigentlich habe ich Angst, dir nicht wichtig zu sein.“

Solche Sätze sind nicht immer leicht. Aber sie sind ehrlich.Und sie öffnen etwas, das Vorwürfe meist verschließen: Verbindung.

Gleichzeitig ist es mir wichtig, nicht zu vereinfachen.


Hat Angst eine Botschaft?


Angst ist nicht das eindeutige tiefe Gefühl. Manche Menschen spüren sie eher verpackt in Trauer, Scham oder eine schwer greifbare Leere.

Und doch hat Angst für viele eine besondere Rolle.

Sie ist früh da. Sie schützt. Und sie beeinflusst, oft im Verborgenen, wie wir in Beziehung gehen.

Vielleicht geht es also nicht darum, ob Angst das tiefste aller Gefühle ist was unter allen liegt - sondern darum, ihr zuzuhören und um zu verstehen, was sie uns zeigen will.

Denn oft liegt unter der Angst etwas sehr Klares: Der Wunsch nach Verbindung.

Und die Hoffnung, darin gesehen zu werden.

 

Ein Raum in dem deine Angst sein darf


Und genau hier beginnt oft die eigentliche Arbeit.

Nicht im perfekten Reagieren im Außen, sondern im ehrlichen Verstehen im Inneren.

Diesen Raum zu öffnen – für das, was unter der Oberfläche liegt – fällt allein manchmal schwer.

Weil wir gelernt haben, schnell zu reagieren, statt innezuhalten.

Weil alte Muster noch immer aktiv sind.

Und weil Angst uns oft schneller steuert, als uns bewusst ist.


In meiner Begleitung geht es genau darum: gemeinsam hinzuschauen, ohne zu überfordern.

Gefühle zu sortieren, ohne sie zu bewerten. Und einen Ausdruck zu finden, der Verbindung möglich macht – mit dir selbst und mit anderen.

Wenn du spürst, dass dich diese Themen berühren, bist du herzlich eingeladen, diesen Weg nicht allein zu gehen.


Kommentiere gerne oder teile es mit lieben Menschen die es interessieren könnte.

Fragen sind immer willkommen.



 
 
 

Comments


bottom of page