top of page

Was wird möglich, wenn wir den Fokus zu uns zurück nehmen?

Das Leben ist immer jetzt! Bewusstsein für das was uns die Pferde spiegeln.
Das Leben ist immer jetzt! Bewusstsein für das was uns die Pferde spiegeln.

Eigene Erfahrungen


Diesen Blogartikel zu schreiben, liegt mir ganz besonders am Herzen.

Nicht um mit erhobenem Zeigefinger da zustehen oder nach Schuld zu suchen.

Nein, ich möchte einmal mehr der Anstupser sein für Veränderung und aufzeigen, was es nicht nur für das Zusammensein mit unseren Pferden bedeutet, wenn wir sehr gut für uns sorgen. Und vielleicht noch ein wenig mehr.

Ich lebe mit meinen Pferden und bin somit täglich sehr nah an und mit ihnen. Auch wenn ich mich sehr viel mit meiner eigenen persönlichen Ent- wicklung und Lösung aus alten Mustern beschäftige, bin ich doch auch nur Mensch und werde von diesen eingeholt und ja auch noch überrollt. Mein Nervensystem ist eben mein Nervensystem und Stress ist etwas bekanntes das manchmal die Regie übernimmt. Das spüren die Pferde und reagieren darauf. Je nach eigenen Mustern aus Erfahrungen und Anlagen mehr oder weniger.

Die Seismographen des Lebens, die Spiegel. Verhalten oder gar Krankheitssymptome sind Folgen von Stress.


Behauptung?


Was sagt die Wissenschaft?


Ich bin jemand der nicht nur behauptet, sondern auch gräbt und nach Erklärungen sucht und ich muss das, was mich bewegt, immer in der Tiefe und Bedeutung verstehen.

Bücher zum Thema Resonanz und Spiegelung habe ich erneut gewälzt. Studien zu emotionaler Anpassung zwischen Menschen und Pferden (andere Tiere) gibt es mittlerweile auch und sie belegen die Thesen. Danke dafür!

Ja, Pferde spiegeln uns auch etwas durch ihre Krankeitssymptome! Sind wir immer bereit dieses zu sehen und anzunehmen?


Was heißt das jetzt?


Wenn dein Pferd nicht mehr tragen muss, was nicht seins ist


Viele Menschen kommen mit einem Wunsch:

„Dieses Verhalten soll weg.“

„Die Krankheit muss verschwinden.“

„Es soll endlich wieder funktionieren.“

Meistens nicht so drastisch formuliert und doch als Gedanke im Kopf mit einhergehenden Gefühlen und Emotionalität. Das ist verständlich. Wer sein Pferd liebt, möchte, dass es ihm gut geht. Und doch liegt genau hier oft der Beginn einer Dynamik, die das Pferd zusätzlich belastet.

Denn der Blick geht nach außen jedoch selten zuerst nach innen. Auf Symptome. Auf Auffälligkeiten. Auf das, was stört. Und etwas in uns berührt, was wir nicht wahrhaben möchten, weil es schmerzt und Bereiche berührt werden, die bitte im Verborgenen bleiben sollen.

Dieses geht einher mit Hilflosigkeit, Ohnmacht, Angst und Unsicherheit.


Vom Problem zur Beziehung


Was, wenn das Verhalten deines Pferdes kein „Fehler“ ist, sondern eine Antwort?

Eine Reaktion. Vielleicht sogar ein Versuch, mit etwas umzugehen, das größer ist als das, was wir auf den ersten Blick sehen.

Pferde sind hoch sensible, soziale Wesen. Sie reagieren nicht nur auf das, was wir tun – sondern vor allem auf das, was wir sind. Auf unsere innere Verfassung. Unsere Spannung. Unsere unausgesprochenen Erwartungen.

Die Frage verschiebt sich dann: Nicht mehr „Wie bekomme ich das weg?“

Sondern: „Was zeigt sich hier gerade – in unserer Beziehung?“


Den Fokus zurücknehmen: Was bedeutet das konkret?


Den Fokus zu sich selbst zurückzunehmen heißt nicht, das Pferd „zu ignorieren“. Es bedeutet, die eigene innere Beteiligung an der Gestaltung von Beziehungen ernst zu nehmen.

Bevor du zu deinem Pferd gehst, es führst, reitest oder mit ihm arbeitest, könntest du dich fragen:

  • Was denke ich gerade? Bin ich wirklich da?

  • Wie fühlt sich mein Körper an?

  • Bin ich ruhig oder innerlich unter Druck?

  • Was erwarte ich – bewusst oder unbewusst – von meinem Pferd?

Oft sind es kleine, kaum bemerkte Spannungen: Ein enger Atem. Ein „Es muss jetzt klappen“ oder „Was ist heute wohl wieder?“ Eine unterschwellige Unsicherheit oder gar Angst.

Für ein Pferd sind diese Zustände nicht klein. Sie sind deutlich. Sie bedeuten sein Leben in der Frage nach Sicherheit.

  

Wenn das Pferd beginnt zu tragen


In vielen Mensch-Pferd-Beziehungen übernimmt das Pferd unbewusst Aufgaben oder gar Rollen

  • Es wird wachsam, wenn der Mensch innerlich unsicher ist

  • Es spannt sich an, wenn der Mensch Druck in sich trägt

  • Es „funktioniert“ – oder verweigert sich – als Antwort auf unausgesprochene Erwartungen

  • Es ist Ersatz für fehlende Partner oder Kinder

  • Es oder der Reitstall an sich, dient als Ort um aus dem stressigen Alltag zu flüchten


Was wir dann als Problem erleben, ist oft ein Lösungsversuch des Pferdes.

Und genau hier beginnt Entlastung.


Entlastung des Pferdes: Was sich verändert


In dem Moment, in dem du beginnst, dich selbst wahrzunehmen und zu regulieren, passiert etwas Entscheidendes:

Das Pferd muss weniger kompensieren.

Es muss nicht mehr für Klarheit sorgen, wenn du innerlich unklar bist. Es muss keine Spannung spiegeln, die du selbst nicht fühlst. Es muss keine Verantwortung übernehmen, die eigentlich nicht seine ist.

Entlastung bedeutet nicht, dass „sofort alles gut“ wird. Aber es entsteht Raum.

Raum für echte Begegnung. Raum für neue Möglichkeiten.


Verhalten und Krankheit neu betrachten


Gerade bei Erkrankungen oder hartnäckigen Verhaltensmustern ist es wichtig, achtsam zu bleiben:

Es geht nicht um Schuld! Das möchte ich ausdrücklich betonen. Und auch nicht um einfache Erklärungen.

Hierzu schau auch gerne in mein Buch: Tsaheyla- im Einklang mit deinem Seelenpferd. In diesem schreibe ich auch zum Thema Spiegelungen.


Doch es kann hilfreich sein, das Geschehen als Teil eines größeren Systems zu sehen:

  • Welche Dynamiken prägen euren Alltag?

  • Wo gibt es Druck, Überforderung oder Unsicherheit – sichtbar oder unsichtbar?

  • Was steht vielleicht schon lange unausgesprochen im Raum?


Manchmal zeigt sich im Pferd etwas, das im Gesamtsystem keinen anderen Ausdruck findet.

Diese Perspektive öffnet. Sie verurteilt nicht.


Beziehung statt Funktion


Viele Pferde leben in einem Spannungsfeld zwischen Beziehung und Funktion. Sie sollen tragen, leisten, ruhig sein, kooperieren.

Doch wer ist dein Pferd, wenn es nichts leisten muss?

Und wer bist du, wenn du nichts von ihm brauchst?

Diese Fragen sind ungewohnt. Und gleichzeitig liegt in ihnen eine große Kraft.

Denn echte Begegnung entsteht dort, wo nichts erzwungen wird.


Die Kraft der Langsamkeit


Die Natur kennt keinen Leistungsdruck. Sie kennt Rhythmen, Übergänge, Pausen.

Wenn du beginnst, Zeit mit deinem Pferd ohne Ziel zu verbringen – einfach da zu sein, zu beobachten, zu spüren – verändert sich etwas.

Nicht unbedingt spektakulär. Aber spürbar.

Dein Nervensystem reguliert sich, dein Blick wird weiter und dein Pferd reagiert darauf.


Verantwortung übernehmen – ohne sich schuldig zu fühlen


Der Blick nach innen kann herausfordernd sein. Er kann Dinge sichtbar machen, die wir lieber nicht sehen würden.

Doch es geht nicht darum, sich Vorwürfe zu machen.

Verantwortung bedeutet: Ich erkenne meinen Anteil – und damit auch meinen Gestaltungsspielraum.

Das ist keine Last. Das ist eine Möglichkeit.

Ja, ich schreibe hier nicht nur als Coach oder psychosoziale Beraterin. Ich schreibe hier auch als diejenige die diese Wege selbst gegangen ist und noch geht. Eine Reise der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Und ich sage, es ist wundervoll- wundervoll sich selbst immer besser kennenzulernen und zu verstehen.


Wer bin ich wirklich?


Und auch du musst diese Schritte nicht allein gehen. Doch es braucht einen ersten Schritt deinerseits, eine Entscheidung für dich und deine Beziehungen.

Denn auch in deinem Alltag, dem Außen, jenseits des Pferdestalls, wird Veränderung Einzug halten.


Kleine Impulse für deinen Alltag


Du musst nichts Großes verändern, um zu beginnen.

Vielleicht startest du hier:

  • Nimm dir vor jedem Kontakt mit deinem Pferd einen Moment Zeit, um bei dir anzukommen

  • Atme bewusst drei Mal tief ein und aus

  • Beobachte dich: Wann wirst du eng, ungeduldig oder fordernd?

  • Frage dich am Ende eines Tages: Was hat mein Pferd heute sichtbar gemacht? 

Nicht, um etwas „richtig“ zu machen. Sondern um bewusster zu werden.


Was möglich wird


Wenn du den Fokus vom Außen zurück zu dir nimmst, geschieht oft etwas Unerwartetes:

Der Druck nimmt ab. Die Beziehung wird ehrlicher. Und dein Pferd darf aufhören, Dinge zu tragen, die nicht seine sind.

Manche Probleme lösen sich. Andere zeigen sich klarer.

In beiden Fällen entsteht etwas Wertvolles: Verbindung.

Und vielleicht ist genau das der Ort, an dem echte Veränderung beginnt.

 

Angebot 


"Wir können das Bild nicht erkennen, wenn wir im Rahmen stehen"


Sich Unterstützung zu holen ist eine Stärke und wenn dieser Artikel ein wenig am Rahmen ruckelt und es dich ruft, für einen neuen Blickwinkel herauszuspringen, dann bin ich gerne da um dich aufzufangen.

Melde dich für ein kostenfreies Infogespräch und wir schauen, was für dich passt.


Alles Liebe Katrin

 
 
 

Comments


bottom of page